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7. TAG DES BERGES – 28. Oktober 2017, Kloster Andechs "Florian-Stadl"

Bildergalerie


Besucher-Feedback
„Wir bedanken uns nochmals ganz herzlich für das tolle Erlebnis am Tag des Berges in Andechs. Die Bilder waren überwältigend, das Gefühl der geradezu familiären Freundschaft unter den Anwesenden sprang blitzartig über und so war der Tag ein großes Bad in Freude und Erinnerung. Da wir 2013 in Tibet und auch am Kailash waren, konnte Bruno Baumann mit all seinen zusätzlichen tollen Informationen nur begeistern. Zu Heinz Zak und David Göttler muss ich nun wahrhaftig nichts mehr sagen, denn diese beiden Burschen sind in Art und Inhalt ihrer Präsentationen wirklich sensationell … GROSSES DANKE.“
Dr. Hans A., München


Bericht

Von Skitouren auf den Lofoten bis zu den heiligen Bergen Tibets
Bis zum letzten Platz besetzt war der Andechser Florian-Stadl, der dem TAG DES BERGES auch 2017 einen würdigen Rahmen und viel Platz für Berg-Impressionen und -Gefühle aus insgesamt acht Vorträgen bot. Schon beim Betreten des Florian-Stadls stellte sich Basislageratmosphäre ein, wesentlichen Anteil daran hatten auch die Stände der Partner von TOP MOUNTAINTOURS.

Unter den rund 400 Besuchern hatte sich wieder ein Kreis von hochkarätigen Bergsteigern und Bergsteigerlegenden eingefunden. Gründer und Inhaber von TOP MOUNTAIN TOURS Günther Härter konnte als Ehrengäste den Honorar-Generalkonsul von Nepal Ludwig Greißl, den Vorsitzenden der "Similauner" Professor Herbert Henzler, den "Vater des Trekkings" und Achttausender-Bergsteiger Günter Sturm, den Erstbesteiger der Gangapurna in Nepal Erich Reismüller (1965, zusammen mit Ludwig Greißl), den "Vater der Transalp" Andi Heckmair und den Ehrenvorsitzenden des Deutschen Bergführerverbandes Peter Geyer begrüßen.

Ernst Vogt, Leiter der Bergsteigerredaktion im Bayerischen Rundfunk und vertraute Stimme des "Rucksackradios" übernahm in gewohnt souveräner Art wieder die Moderation des TAG DES BERGES und bat den ersten Referenten auf die Bühne.

TOP MOUNTAIN TOURS-Bergführer Volker Krügel nahm die rund 400 Zuschauer mit auf Skitour auf die Lofoten, das norwegische „Gebirge im Meer“ nahe des Polarkreises. „Mit den Ski so nahe am Meer unterwegs zu sein, das war für mich etwas Neues“ resümierte Krügel, der neben der Faszination der polaren Landschaft auch den positiven Prozess der Teambildung während einer Reise hervor hob. „So eine Reise in solch einer Landschaft mit so einer Gruppe ist einfach nicht zu toppen!“
 
Anschließend zeigte Kultur- und Bergwanderführer Alfred Weber dem Publikum die Sonnenseite von Madeira, der „Blumeninsel im Atlantik“. Alfred Weber nahm die Besucher mit auf die schönsten Bergwanderungen und Routen entlang der Levadas – die für Madeira typischen, den Südtiroler Waalwegen nicht unähnlichen Bewässerungskanäle. Neben den Wander-Highlights kamen im Vortrag auch kulinarische Höhepunkte zur Geltung, ehe das Publikum bei Andechser Spezialitäten über die bereits gesehenen und die noch kommenden Vorträge fachsimpelte.
 
Ein bekanntes Bergsteigerduo eröffnete schließlich das nachmittägliche Vortrags-Sextett – Dr. Stephanie Geiger und Bergwetterexperte Dr. Karl Gabl. Nach einer Einführung in die Kultur Bhutans entführte das Ehepaar Geiger/Gabl das Publikum auf den Chomolhari-Trek der, so Geiger, auch für Trekking-Einsteiger gut geeignet ist. Der Grund: Im Gegensatz zu den Trekkings im Khumbu oder anderen Himalaya-Regionen verläuft die Route auf einer niedrigeren Höhenlage und man kommt den hohen Bergen trotzdem gleich nahe. Dass Geiger vom hohen Komfort in den von der Begleitmannschaft errichteten Camps fast schon irritiert war, diesen dann aber doch schätzen lernte, sorgte für einige Lacher – wie auch der Hinweis auf die Berg-Kultur im Herkunftsland ihres Ehemanns: „In Tirol hätten sie hier schon längst eine Seilbahn gebaut“, kommentierte Geiger beispielsweise die exponierte Lage des „Tigernest“-Klosters Taktsang.
 
Die Mongolei ist faszinierend und überraschend vielfältig – so lässt sich Christine Theodorovics Vortrag zusammenfassen. Zwar war das primäre Ziel der Reise die Besteigung des Khuiten, mit 4.374 Metern höchster Berg der Mongolei – die Reisemittel hätten aber nicht unterschiedlicher sein können. Russische UAZ-Busse, Pferde und Kamele, dazu die Weite der Landschaft und die Gastfreundschaft mongolischer Nomaden: die Faszination Mongolei sprang schnell auf das Publikum über. Das wienerische Idiom Theodorovics sorgte zudem für eine besondere Atmosphäre und wird bei einigen Zuhörer für längere Zeit mit mongolischen Impressionen verbunden bleiben.
 
Dr. Thomas Hochholzer griff bei seinem Vortrag „Traum-Trekkingrunde um den Achttausender Mansalu, 8.163 m“ die Komfort-Anekdote Stephanie Geigers auf – die Runde um den Manaslu sei für all jene geeignet, die den Komfort auch gerne mal im Tal lassen. Als Geschenk für seine frisch maturierte Tochter startete Hochholzer recht spontan auf dieses Trekking – man merkte dem braungebrannten Innsbrucker Orthopäden vom ersten Moment an an, wie sehr ihn diese Reise fasziniert hat. Immer wieder ließ Hochholzer Rückblenden auf eine Nepal-Reise 1987 einfließen, als sich die Infrastruktur Nepals noch auf einem ganz anderen Niveau befand – und zeigte auch als Expeditionsarzt Wichtiges aus dem Bereich der Höhenmedizin auf.
 
Der Starnberger Profi-Bergsteiger David Göttler berichtete schließlich von seinem mehrjährigen Ringen mit der über 2000 Meter hohen Südwand der 8027 Meter hohen Shisha Pangma. Zwei Versuche mit Ueli Steck blieben erfolglos, ehe der sympathische 39-jährige mit seinem italienischen Freund Hervé Barmasse über die zunächst auch mit Steck versuchte Girona-Route in nur 13 Stunden bis knapp unter den Gipfel kam. Dass die beiden auf die letzten Meter zum Gipfel wegen Lawinengefahr verzichteten verdient hohen Respekt. Für Göttler bedeutete die erfolgreiche Durchsteigung der Wand im Alpinstil und das Erreichen der Gipfelregion schon die Erfüllung des einst zusammen mit Steck gehegten Traums.
 
Dann betrat die Tiroler Kletter-Legende und zugleich Top-Fotograf die Bühne: Heinz Zak. Zak hatte das Publikum mit seinem herzerfrischenden Vortragsstil schnell auf seiner Seite – und lieferte ein Impressionsfeuerwerk ab, das von der Vielseitigkeit des Scharnitzers zeugt. Wer Zak kennt weiß, was es bedeutet, wenn ein Vortrag „Abenteuerliche Highlights in den Bergen“ heißt. Egal ob extrem brüchige Felskletterrouten in den Kalkkögeln, seine unglaubliche Free-Solobegehung des acht Meter ausladenden Dachüberhangs „Separate Reality“ im Yosemite oder sein hartnäckiger Kampf am Cerro Torre, dem sturmumtosten Granitmonolithen in Patagonien – die Zuschauer bekamen schnell einen Eindruck, wie dünn das Seil sein kann, an dem Kletterer hängen. Eine längere Sequenz, die von Adam Ondras erster Wiederholung der Route „Dawn Wall“, ebenfalls im Yosemite Nationalpark handelte, sorgte für einen weiteren spontanen Szenenapplaus.
 
„Den eigenen Horizont erweitern“ – passender  hätte Bruno Baumann, der den TAG DES BERGES mit  „Tibet – Pilgerwege und Götterberge“ und mit einem weiteren Highlight beschloss, die Vortragsserie im Florian-Stadl nicht besser zusammenfassen können. Der Steiermärker verzauberte sein Publikum nicht nur durch seinen professionell-fesselnden Vortragsstil, sondern auch durch beeindruckende Bild-Impressionen, die vom Kailash in Westtibet bis zu heiligen Bergen wie den Kawa Karpo im fernen Osttibet reichten. Baumann schaffte es wie kein anderer, Bild und Sprache zu einer inspirierenden Einheit zu verschmelzen. Sein Vortrag war mehr als nur Unterhaltung, er hat eine Mission: Baumann möchte gemeinsam mit seinem Publikum über den Tellerrand blicken, aber auch wachrütteln. Durchaus kritisch beleuchtete er die Tatsache, dass die verbesserte Infrastruktur in Tibet auch dazu führen kann, dass es an einigen Pilgerstätten zu Festtagen möglicherweise bald heißt: „Wegen Überfüllung geschlossen“. Auch unter diesem Gesichtspunkt ist die geplante Sonderreise von TOP MOUNTAIN TOURS mit Bruno Baumann im April 2018 zu dem gut 6700 Meter hohen Kawa Karpo im entlegenen Osttibet einen gute Wahl.

TOP MOUNTAIN TOURS-Chef Günther Härter und Moderator Ernst Vogt vom BR Rucksackradio können um 21 Uhr auf einen rundum gelungenen Tag des Berges zurückblicken, der den zahlreichen Besuchern entlegene Bergregionen auf eine sehr eindringliche, persönliche Weise nahegebracht hat. Beim Blick in die Gesichter des Publikums wird deutlich, dass Härter auch 2017 bei der Auswahl der Vorträge ein äußerst glückliches Händchen bewies.


Dank des Veranstalters an alle Beteiligten
Es war ein rundum gelungener, begeisternder TAG DES BERGES im Kloster Andechs/Florian-Stadl. Unser großer Dank gilt allen Besuchern, den Referenten, unseren Ausrüstungspartnern, dem gesamten Organisations-, Service- und Technikteam. Ein besonderer Dank gilt Ernst Vogt vom Bayerischen Rundfunk, der wieder in gekonnt-souveräner Art durch den TAG DES BERGES führte.


Termin TAG DES BERGES 2018
Am Samstag 10. November 2018 – wieder im Kloster Andechs/Florian-Stadl.


Rückblick 1. - 6. TAG DES BERGES

Fotos und Berichte der vergangenen Jahre finden Sie hier.