TOP MOUNTAIN TOURS REISEMAGAZIN – Ausgabe # 8
Liebe Bergfreunde, in diesem Jahr dürfen wir Ihnen ein Heft präsentieren, das in besonderer Weise Tradition und Auf...

Indien, geheimnisvolles Land, umgeben von Ozeanen im Süden, begrenzt im Norden von den Sieben- und Achttausendern des Himalaya. Ein Land voller Spiritualität, Farbenpracht, prunkvoller Paläste, sich drängender Pilger in Hindutempeln, voller Gerüche exotischer Gewürze auf den Märkten. Und hoch oben in den Bergen gewaltige Naturlandschaften, Ruhe, Abgeschiedenheit.
Im Sommer 1985 leitete ich die zweite Trainingsexpedition des Deutschen Alpenvereins. Ziel der jungen, alpin sehr erfahrenen Mannschaft war der Shivling, das „Matterhorn Indiens“, ein himmelsstrebender Sechstausender im Garhwal-Himalaya, dessen abweisende Nordwestwand wir erstmals durchsteigen wollten. Nachdem alle 12 Teilnehmer den Gipfel über den Westgrat (die Nordwestwand war wegen starker Neuschneefälle zu gefährlich) erfolgreich bestiegen hatten, blieb noch Zeit, den Subkontinent näher kennenzulernen. Wir verließen die klare, stille Welt der Gletscher und senkrechten Granitwände und tauchten ein in das bunte, pulsierende Leben der indischen Ebenen. Udaipur, Jodhpur, Jaipur im Wüstenstaat Rajasthan, die Hindu-Pilgerstätte Varanasi am heiligen Fluss Ganges, das in weißem Marmor erstrahlende Taj Mahal in Agra waren die Stationen. Das Land, prall gefüllt mit Leben und einer viertausend Jahre alten Kultur faszinierte uns immer mehr, je länger wir unterwegs waren.

In den Jahren danach zog es mich immer wieder nach Indien – in die Berge, zu den Menschen. Oft hinauf in das Hochland von Ladakh. Das „Land der Pässe“ (tibetisch bedeutet „La“ Pass und „Dakh“ Land) hat eine ganz eigene, Ausstrahlung, gänzlich anders als der Rest Indiens. Mit seiner tibetisch-bhuddistisch geprägten Kultur erinnert es stark an Tibet. Ebenso die Landschaft: trockene Hochplateaus auf denen im Sommer Yak-Nomaden umherziehen, eingelagerte Seen wie den Tso Moriri auf 4500 m und über sechstausend Meter hohe Gletscherberge (von denen der Mentok Kangri einer der leichteren ist). Da ähnlich niederschlagsarm wie Tibet, ist der Himmel oft strahlend blau und die Luft kristallklar.
Markant sticht aus der kargen Hochgebirgswüste das Grün der Flussoasen heraus, wo traditionelle Grundnahrungsmittel wie Gerste und Weizen, Obst (Aprikosen!) und zahlreiche Gemüsesorten angebaut werden. Lebenswichtige Wasserquellen sind die von Gletschern gespeisten großen Flusssysteme von Indus, Zanskar und Shyok, an denen sich zahlreiche Siedlungen der Ladakhis befinden. Oft thront darüber eines der vielen Jahrhunderte alten buddhistischen Klöster.
Bunte Gebetsfahnen flattern im Wind, an den Klöstern, auf Passübergängen, auf Berghöhen. Das "Land der Pässe" strahlt einen speziellen spirituellen Flair aus, der jeden Reisenden erreicht. Besonders eindrucksvoll erlebte ich einmal bei Leh die tiefe Religiösität der Ladakhis, als tausende in Festtagsgewänder gekleidete Ladakhis voller Vorfreude die Ankunft des Dalai Lama erwarteten.
Gerade die einzigartige Kombination aus beeindruckenden Berglandschaften, über eintausend Jahre alter tibetisch-buddhistischer Kultur und fröhlicher, gastfreundlicher Menschen macht Ladakh, das „Land der Pässe“, zu einem außergewöhnlichen Reiseziel.
Was macht das Unterwegssein in den Bergen für uns so wertvoll? Auch Erlebnisse „am Rande“ wie dieses: ein klarer, kalter Morgen in einem einsamen Hochtal in Ladakh. Tags zuvor hatten wir einen über 5000 Meter hohen Pass überschritten und steigen nun vom letzten Lagerplatz weiter ab. Karge, entrückte Hochgebirgslandschaft umgibt uns, am Horizont ragt die markante Pyramide des Sechstausenders Stok Kangri in den Himmel. An einer Wegbiegung, noch auf über 4000 Meter Höhe, öffnet sich unerwartet ein kleines Paradies.

Von erntereifen Getreidefeldern halbmondförmig umrahmt liegt ein kleiner Weiler. Das stolze Gehöft ist an den Hang geschmiegt, Yakdung haftet zum Trocknen an der Sonnenseite, ein Hund schlägt an, Kinder betrachten uns staunend, ein alter Mann grüßt freundlich aus der kleinen Fensteröffnung im oberen Stockwerk, die Ähren der Gerste wiegen sich sanft im Wind …
Wenn Sie mit TOP MOUNTAIN TOURS unterwegs sind, können Sie die Vielfalt intensiv erleben – als Bergsteiger, Trekker, Biker oder Kulturreisender.
Ein besonderes Erlebnis ist das Garwhal-Himalaya-Trekking zur Quelle des Ganges und zum Basislager des Shivling, 6543 m, dem Matterhorn Indiens. Die Reise verbindet die hinduistische Spiritualität Indiens mit der Kraft der Berge. Von Delhi reisen Sie mit dem Shatabdi Express nach Haridwar und erreichen Rishikesh, die bedeutende Pilgerstadt am jungen Ganges. Im bekannten Pilgerorten Gangotri starten Sie das Trekking, besuchen Gaumukh, das Gletschermaul aus dem der Ganges entspringt und erreichen mit Tabovan, 4450 m, einen der spektakulärsten Plätze im Himalaya. Wie ein Pfeil ragt hier der Shivling in den Himmel.
Ebenso eindrucksvoll ist das Sikkim-Trekking zum Goecha La, 4610 m, "Von Darjeeling zum Kanchenjunga". Der Goecha La-Trek ist ein weniger bekanntes Trekking-Juwel Indiens. Das ehemalige Königreich Sikkim gehört seit 1975 zu Indien. Zwischen Nepal und Bhutan gelegen, bietet es atemberaubende Bergszenerien. Von den berühmten Teeplantagen Darjeelings durch einzigartige Rhododendronwälder bis zu Yak-Hochweiden. Und am Goecha La Viewpoint auf 4610 m stehen Sie dem dritthöchsten Berg der Erde, den 8586 m hohen Kangchenjunga, "hautnah"gegenüber.
Oder Sie entdecken in Ladakh „Klein Tibet“ auf einem Lodge-Trekking, das Komfort und Kultur harmonisch vereint. Alte Klöster thronen auf Felsen, Mönche rezitieren ihre Mantras, und über allem liegt eine klare, meditative Stille. Das großartige Lodge-Trekking beginnt in Leh, führt durch tibetisch anmutende Berglandschaften mit gletscherbedeckten Sechstausendern. Dabei nächtigen Sie in abgelegenen Bergdörfern in ausgewählten Lodges/Homestays. Einen weiteren Höhepunkt bietet das abgeschiedene Nubra Valley mit grünen Flussoasen, Sanddünen und zweihöckrigen Kamelen.
Für erfahrene Trekker bietet das Trekking von Spiti über das Hochland von Rupshu nach Ladakh eine faszinierende Route durch die tibetisch-buddhistische Welt des Hochplateaus von Ladakh: geheimnisvoll, wenig besucht, landschaftlich und kulturell stark tibetisch geprägt. Nach Besichtigung der buddhistischen Klosterburgen folgt das Trekking über die weite Hochfläche von Rupshu bis zum legendären See Tso Moriri. Bergsteiger können hier den relativ leichten Sechstausender Mentok Kangri, 6250 m, besteigen. Finale ist in Leh, der quirligen Haupstadt Ladakhs.
Auch Biker kommen im Indischen Himalaya auf ihre Kosten – etwa auf der Großen (E-)Bike-Runde um Leh mit Kardung La, 5600 m. Die Rundtour beginnt in Leh auf 3500 m und führt durch malerische Dörfer, vorbei an Klöstern, an denen Gebetsfahnen im Wind flattern, durch Landschaften, die zugleich karg und von tiefer Schönheit sind. In zehn abwechslungsreichen Biketagen bewältigen Sie rund 670 Kilometer. Höhepunkt ist der Kardung La, 5600 m. Perfekt geeignet für sportliche Mountain Biker und Genuss-E-Biker mit Interesse an tibetisch-bhuddistischer Kultur und großartigen Himalaya-Szenerien.

Eine Reise der Superlative führt durch den Wüstenstaat Rajasthan: Heimat der stolzen Königssöhne, Komfort-Rundreise durch die Wüste Thar – mit Taj Mahal in Agra. Sie besuchen die Schauplätze der tausendjährigen Geschichte der prunkvollen Maharadscha-Reiche und tauchen ein in das pralle Leben Indiens mit all seiner seiner Farbenpracht: die Wüstenstadt Bikaner, die "Goldene Stadt" Jaisalmer, die "Blaue Stadt" Jodhpur, die bedeutende Hindu-Pilgerstätte Pushkar (Novembertermine mit Besuch des Pushkar Festivals) und Udaipur. Großartiges Finale ist Jaipur mit dem "Palast der Winde" und das weltberühmte Taj Mahal in Agra.
Die optimale Zeit für Trekkingtouren im indischen Himalaya hängt stark von der Region und der geplanten Reiseroute ab:
Alle Reisen bieten wir selbstverständlich auch individuell organisiert an – mit lokalen Partnern, erfahrenen Guides und abgestimmt auf Ihre Wünsche.
Artikel: Günther Härter
Fotos: Stefan Härter, Bruno Baumann
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